{"id":817,"date":"2019-04-02T13:49:58","date_gmt":"2019-04-02T11:49:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.xn--regina-jck-x5a.de\/?p=817"},"modified":"2019-04-02T13:49:58","modified_gmt":"2019-04-02T11:49:58","slug":"10-jahre-un-behindertenrechtskonvention","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.xn--regina-jck-x5a.de\/dx\/2019\/04\/10-jahre-un-behindertenrechtskonvention\/","title":{"rendered":"10 Jahre UN-Behindertenrechtskonvention"},"content":{"rendered":"<h2>Senat legt Bericht zur Umsetzung vor \u2013 Jubil\u00e4um mit zahlreichen Aktionen<\/h2>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Der Senat hat am 26. M\u00e4rz den \u201eBericht zum Stand der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und der Weiterentwicklung des Landesaktionsplans\u201c verabschiedet. Nach 2012 und 2015 dokumentiert er damit zum dritten Mal, was in Hamburg f\u00fcr die Verwirklichung der Rechte von Menschen mit Behinderungen getan und erreicht wurde.<\/strong><\/p>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p>\u201cWir wollen allen Menschen in Hamburg ein selbstbestimmtes Leben erm\u00f6glichen \u2013 nat\u00fcrlich auch Menschen mit Behinderungen! Der Senat bearbeitet daf\u00fcr eine breite Themenpalette. Immer mehr Bereiche kommen hinzu. Die Zahl barrierefreier Angebote ist in den letzten Jahren sichtbar gestiegen\u201d, erkl\u00e4rt <strong>Dr. Melanie Leonhard, Senatorin f\u00fcr Arbeit, Soziales, Familie und Integration<\/strong>: \u201eIch m\u00f6chte diesen Tag zum Anlass nehmen, um mich im Namen des Senats bei allen zu bedanken, die mit uns den Weg zu einem inklusiven Hamburg gehen. Ich danke allen, die ihre Vorschl\u00e4ge und Erfahrungen einbringen oder Inklusion ganz selbstverst\u00e4ndlich im Alltag leben. Sie alle bereichern das Zusammenleben in unserer Stadt!\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Zeitraum 2015 \u2013 2018 hat der Senat einen Schwerpunkt auf den Ausbau barrierefreier Angebote gelegt. Der Ausbau der U-Bahnhaltestellen ist gut vorangekommen. Auch in Kultur, Freizeit, Sport und Tourismus sind Fortschritte zu sehen. So gibt es regelm\u00e4\u00dfig Theater- und Kinovorf\u00fchrungen mit Audiodeskription f\u00fcr blinde oder sehbehinderte Menschen. Mit dem Umbau von Schulsporthallen w\u00e4chst die Anzahl barrierefreier Sportst\u00e4tten. Die Hamburg Tourismus GmbH bietet eine Vielzahl von Informationen f\u00fcr blinde und sehbehinderte, h\u00f6rbeeintr\u00e4chtigte, mobilit\u00e4tsbeeintr\u00e4chtigte Menschen und f\u00fcr Menschen mit kognitiven Beeintr\u00e4chtigungen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Anzahl an Publikationen in Leichter Sprache wurde ausgebaut. Neben Informationen zum Schwerbehindertenrecht hat z.B. die Polizei mehrere Brosch\u00fcren in Leichter Sprache herausgegeben.&nbsp; Die Beh\u00f6rde f\u00fcr Umwelt und Energie hat eine Leichte Sprache-Version des Flyers \u201eM\u00fcll trennen lohnt sich\u201c verbreitet Die Senatskanzlei entwickelt in enger Zusammenarbeit mit Interessenvertretungen behinderter Menschen Internetangebote in Leichter Sprache und in Deutscher Geb\u00e4rdensprache. Hamburg hat die Ergebnisse der ersten Staatenpr\u00fcfung Deutschlands im Rahmen der UN-Konvention und die Empfehlungen des Ausschusses f\u00fcr die Rechte von Menschen mit Behinderungen zum Anlass genommen, die Wahlrechtsausschl\u00fcsse f\u00fcr Menschen mit Behinderungen zu streichen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eEs ist wichtig, Barrierefreiheit nicht nur nach Schema F zu betreiben, sondern die Sichtweise und Expertise von Menschen mit Behinderungen einzubeziehen. So findet man kreative und praktikable L\u00f6sungen\u201c, sagt Senatorin Leonhard. Anfang des Jahres hat das Kompetenzzentrum f\u00fcr ein barrierefreies Hamburg seine Arbeit aufgenommen. Getragen wird es von der Landesarbeitsgemeinschaft f\u00fcr behinderte Menschen, dem Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg und dem Verein Barrierefrei Leben. Das Kompetenzzentrum ber\u00e4t die Verwaltung, aber auch Institutionen, Vereine, Stadtteilinitiativen oder Private. Es hat seinen Schwerpunkt in den Bereichen Bauen, Verkehr, Stadtteilentwicklung und barrierefreie Informationstechnologie.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eAuch ich freue mich, dass der Senat die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention konsequent weiter verfolgen will\u201c, sagt Ingrid K\u00f6rner, die Senatskoordinatorin f\u00fcr die Gleichstellung behinderter Menschen. \u201eEs bleibt noch viel zu tun, bis in allen Bereichen unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens alle Menschen gleiche Chancen zur Beteiligung haben. Barrierefreiheit im Alltag muss das Ziel sein: beim t\u00e4glichen Einkauf, beim Arzt oder im Restaurant ebenso wie beim Wohnen oder bei der Arbeit. Wichtig ist mir, dass der Senat im Dialog mit den Interessenvertretungen behinderter Menschen bleibt, damit ihre Vorschl\u00e4ge in den Landesaktionsplan einflie\u00dfen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Neben der Verabschiedung des Berichts hat der Senat dazu eingeladen, den 10. Jahrestag der UN-BRK besonders zu w\u00fcrdigen. Viele sind dieser Einladung gefolgt. In der ganzen Stadt haben am 26. M\u00e4rz 2019 Events, Veranstaltungen und Mitmach-Aktionen stattgefunden. Vereine, Schulen, Unternehmen oder Stadtteilinitiativen haben sich daran unter dem Motto \u201eTeil \/ haben, Teil \/ nehmen, Teil \/ werden\u201c beteiligt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Hintergrund:<\/strong><\/p>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p>Die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) ist am 26. M\u00e4rz 2009 in Deutschland in Kraft getreten. Sie ist seitdem geltendes Recht und verpflichtet Bund, L\u00e4nder und Kommunen, die darin formulierten Rechte zu verwirklichen. Die UN-BRK konkretisiert die allgemeinen Menschenrechte aus der Perspektive von Menschen mit Behinderungen. Ziel ist es, die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in allen gesellschaftlichen Bereichen zu verwirklichen (Inklusion). Dabei ist Barrierefreiheit Voraussetzung und Schl\u00fcsselprinzip zugleich. Die Vertragsstaaten sind verpflichtet, dem Ausschuss f\u00fcr die Rechte von Menschen mit Behinderungen Rechenschaft \u00fcber die Umsetzung der UN-BRK abzulegen. Der Ausschuss hat im Rahmen der ersten Staatenpr\u00fcfung Deutschlands im April 2015 Empfehlungen ausgesprochen. Derzeit wird die gemeinsame 2. und 3. Staatenpr\u00fcfung vorbereitet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Seit 2012 ist der Landesaktionsplan das zentrale Instrument, mit dem der Senat Ma\u00dfnahmen zur Umsetzung der UN-BRK dokumentiert. Die Entwicklung und Verwirklichung der Ma\u00dfnahmen ist Aufgabe aller Ressorts. Der Landesaktionsplan beschreibt einen auf Dauer angelegten langfristigen Prozess. Er wird seit 2012 laufend weiterentwickelt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach Angaben des Hamburger Versorgungsamts wohnten am 01.03.2019 in Hamburg 142.655&nbsp; Schwerbehinderte. Das ist ein Anteil von ca. 7,8% an der Gesamtbev\u00f6lkerung. Die Anzahl von Menschen mit Behinderungen im Sinne der UN-BRK ist h\u00f6her. Die UN-BRK formuliert ein anderes Verst\u00e4ndnis von Behinderung, das nicht auf eine Schwerbehinderung nach deutschem Recht beschr\u00e4nkt ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Senat legt Bericht zur Umsetzung vor \u2013 Jubil\u00e4um mit zahlreichen Aktionen &nbsp; Der Senat hat am 26. M\u00e4rz den \u201eBericht zum Stand der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und der Weiterentwicklung des Landesaktionsplans\u201c verabschiedet. 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