{"id":1401,"date":"2023-09-28T13:11:05","date_gmt":"2023-09-28T11:11:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.xn--regina-jck-x5a.de\/?p=1401"},"modified":"2023-09-28T13:11:05","modified_gmt":"2023-09-28T11:11:05","slug":"historischer-beschluss-buergerschaft-gibt-standort-der-zukuenftigen-bornplatzsynagoge-zurueck-an-die-juedische-gemeinde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.xn--regina-jck-x5a.de\/dx\/2023\/09\/historischer-beschluss-buergerschaft-gibt-standort-der-zukuenftigen-bornplatzsynagoge-zurueck-an-die-juedische-gemeinde\/","title":{"rendered":"Historischer Beschluss: B\u00fcrgerschaft gibt Standort der zuk\u00fcnftigen Bornplatzsynagoge zur\u00fcck an die J\u00fcdische Gemeinde"},"content":{"rendered":"<p>Die Stadt Hamburg soll den ehemaligen und zuk\u00fcnftigen Standort der Bornplatzsynagoge zur\u00fcck in den Besitz der J\u00fcdischen Gemeinde geben. Zwei Flurst\u00fccke auf und um den heutigen Joseph-Carlebach-Platz im Grindelviertel werden dazu an die Gemeinde \u00fcbereignet. Dies sieht ein gemeinsamer Antrag der vier demokratischen Fraktionen von SPD, Gr\u00fcnen, CDU und Linken vor, \u00fcber den die Hamburgische B\u00fcrgerschaft in ihrer heutigen Sitzung abstimmt (siehe Anlage). Vorausgegangen waren intensive Gespr\u00e4che mit der J\u00fcdischen Gemeinde und der Stiftung Bornplatzsynagoge. Der Beschluss legt einen wichtigen Grundstein f\u00fcr die Wiedererrichtung der Synagoge auf dem heutigen Joseph-Carlebach-Platz \u2013 fast ein Jahrhundert nach ihrer Zerst\u00f6rung durch die Nationalsozialisten in der Reichspogromnacht 1938. <\/p>\n<p>Dazu Dirk Kienscherf, Vorsitzender der SPD-Fraktion Hamburg: \u201eDie neu errichtete Bornplatzsynagoge wird ein Wahrzeichen des j\u00fcdischen Lebens im Herzen unserer Stadt. Mit dem Bau entsteht ein offener Ort f\u00fcr Gebete, Feste und Begegnungen mitten in Hamburg. Vor mehr als 100 Jahren war die Errichtung der Bornplatzsynagoge ein Zeichen der Gleichberechtigung des j\u00fcdischen Glaubens in Hamburg. Ihre Sch\u00e4ndung in der Reichspogromnacht 1938 und der perfide Zwang, dass die j\u00fcdische Gemeinde die Synagoge im Anschluss selbst abrei\u00dfen musste, war ein widerw\u00e4rtiger Angriff der Nationalsozialisten auf die Verankerung des Judentums in unserer Stadtgesellschaft. Die J\u00fcdische Gemeinde musste das Grundst\u00fcck schlie\u00dflich unter Zwang f\u00fcr einen vergleichsweise geringen Betrag an die Stadt ver\u00e4u\u00dfern. Dieses Unrecht wurde auch nach dem Ende der Nazi-Diktatur nicht korrigiert. Das ist bis heute \u00e4u\u00dferst besch\u00e4mend. Heute, fast ein Jahrhundert sp\u00e4ter, werden wir als Hamburgische B\u00fcrgerschaft mit einem eindrucksvollen Beschluss den Senat beauftragen, die l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llige R\u00fcckgabe des Grundst\u00fccks an die J\u00fcdische Gemeinde einzuleiten. Dieser Beschluss, in einer T\u00e4terstadt des Nationalsozialismus, ist im Jahre 2023 ein gemeinsames starkes Zeichen aller Demokrat:innen Hamburgs in die Welt: Das j\u00fcdische Leben und die j\u00fcdische Gemeinschaft geh\u00f6ren fest zu Hamburg und zu Deutschland! Dieses gemeinsame Vorhaben von B\u00fcrgerschaft, Senat und J\u00fcdischer Gemeinde ist ein bedeutendes Zeichen f\u00fcr unsere weltoffene Stadt und gegen Antisemitismus, Hass und Ausgrenzung. Daf\u00fcr danke ich allen Beteiligten.\u201c<\/p>\n<p>Dazu Jennifer Jasberg, Vorsitzende der Gr\u00fcnen Fraktion Hamburg: \u201eJudentum und j\u00fcdisches Leben geh\u00f6rten einst erkennbar und selbstverst\u00e4ndlich zum Leben in Hamburg. Die Bornplatzsynagoge symbolisierte die gleichberechtigte Stellung der j\u00fcdischen Menschen in unserer Stadt. Sp\u00e4ter wurde die j\u00fcdische Gemeinde vom nationalsozialistischen Unrechtsstaat dazu gezwungen, die Synagoge abzurei\u00dfen und zu einem sch\u00e4ndlich geringen Preis zu ver\u00e4u\u00dfern. Infolge dieses Unrechts befand sich das Grundst\u00fcck seitdem im Eigentum der Freien und Hansestadt Hamburg. Deshalb handelt es sich bei der heutigen R\u00fcck\u00fcbertragung der Grundst\u00fccke auch keineswegs um eine Unterst\u00fctzung oder Schenkung der Stadt. Die j\u00fcdische Gemeinde erh\u00e4lt vielmehr zur\u00fcck, was ihr rechtm\u00e4\u00dfig geh\u00f6rt. Der geplante Neubau der Bornplatzsynagoge ist ein wichtiger Schritt in der Aufarbeitung der Stadt Hamburg mit der eigenen Vergangenheit im Nationalsozialismus. 85 Jahre nach dem Brand der alten Synagoge setzen sich alle demokratischen Fraktionen in der Hamburgischen B\u00fcrgerschaft f\u00fcr den Neubau ein. In Zeiten, in denen sich Antisemitismus, Ausgrenzung und totalit\u00e4res Denken vielerorts wieder ausbreiten, ist das mehr als ein symbolischer Akt. Heute wird das Fundament daf\u00fcr gelegt, dass das j\u00fcdische Leben inmitten der Stadt seinen rechtm\u00e4\u00dfigen Platz zur\u00fcckerh\u00e4lt.\u201c<\/p>\n<p>Dazu Dennis Thering, Vorsitzender der CDU-Fraktion Hamburg: \u201eJ\u00fcdisches Leben geh\u00f6rt in die Mitte unserer Gesellschaft \u2013 deshalb setzen wir uns seit vielen Jahren f\u00fcr den Wiederaufbau der Bornplatzsynagoge ein. Diese wird ein starkes und sichtbares Zeichen gegen Antisemitismus und f\u00fcr j\u00fcdisches Leben in Hamburg sein. Die Grundst\u00fccks\u00fcbereignung an die J\u00fcdische Gemeinde ist ein wichtiger Meilenstein f\u00fcr die neue Synagoge. Es erf\u00fcllt mich auch pers\u00f6nlich mit gro\u00dfer Freude, dass wir diesen wichtigen Schritt jetzt gemeinsam gehen. Als CDU-Fraktion unterst\u00fctzen wir die J\u00fcdische Gemeinde aus voller \u00dcberzeugung bei ihren weiteren Planungen f\u00fcr dieses gro\u00dfe Herzensprojekt.&#8221;<\/p>\n<p>Dazu Cansu \u00d6zdemir, Vorsitzende der Linksfraktion Hamburg: \u201eMit dem heutigen Beschluss der demokratischen Parteien, gehen wir gemeinsam einen bedeutsamen Schritt f\u00fcr den Wiederaufbau der Bornplatzsynagoge. J\u00fcdisches Leben soll und wird in Hamburg sichtbarer werden. Dazu geh\u00f6rt selbstverst\u00e4ndlich eine Synagoge mit anschlie\u00dfenden R\u00e4umen, die vielf\u00e4ltiges religi\u00f6ses Leben und auch Begegnungen im Grindel erm\u00f6glichen. Der heutige Beschluss entsch\u00e4digt nicht die Gr\u00e4ueltaten des Nationalsozialismus. Es ist aber ein wichtiges Signal, dass Politik und Zivilgesellschaft den Bau einhellig unterst\u00fctzen und gemeinsame Schritte f\u00fcr den Bau der Synagoge unternehmen.\u201c<\/p>\n<p>Dazu Philipp Strichartz, Erster Vorsitzender der J\u00fcdischen Gemeinde in Hamburg: \u201e83 Jahre haben wir auf Gerechtigkeit und Sichtbarkeit der j\u00fcdischen Pr\u00e4senz am Hamburger Bornplatz gewartet. Mit dem heutigen Tag stellen die Abgeordneten der Hamburgischen B\u00fcrgerschaft ein konkretes St\u00fcck Gerechtigkeit wieder her. Die Nazis wollten alles j\u00fcdische Leben unsichtbar machen. Der heutige Tag zeigt, dass Unrecht nicht siegt und das j\u00fcdische Hamburg eine Zukunft hat.\u201c<\/p>\n<p>Dazu Daniel Sheffer, Vorsitzender des Stiftungsrats Bornplatzsynagoge: \u201eDer heutige Tag wird f\u00fcr alle J\u00fcdinnen und Juden Hamburgs zu einem \u201aWendetag\u2018. Es ist der Sieg der Gerechtigkeit und des j\u00fcdischen Lebens in Hamburg \u00fcber die Barbarei der Nazis. Mit dem 27. September 2023 sind wir nicht mehr die Wenigen, die den Raub als falsch empfinden, sondern ganz Hamburg bekennt sich zum Wiederaufbau der Bornplatzsynagoge.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Stadt Hamburg soll den ehemaligen und zuk\u00fcnftigen Standort der Bornplatzsynagoge zur\u00fcck in den Besitz der J\u00fcdischen Gemeinde geben. Zwei Flurst\u00fccke auf und um den heutigen Joseph-Carlebach-Platz im Grindelviertel werden dazu an die Gemeinde \u00fcbereignet. 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